"In „In der Ferne“ forciert er den klagenden Ton Vers um Vers – das gebrochene Herz legt sich auf die Klangfärbung. Ein inniges, aber nie ad infinitum geführtes innerliches Klagen. Und das gehört zu den wichtigsten Erkenntnissen dieser Interpretation: Müller-Brachmann entäußert sich nicht, er singt nicht große Oper – und wenn, dann nur im Kammerton. Angenehm ist es, dass er seinen Bariton nicht an die Grenzen führt, sondern nicht selten, wie etwa in der „Taubenpost“ oder dem berühmten „Ständchen“, nicht als verkünstelte Kunststimme führt, sondern einen wunderbar intimen Naturton pflegt. In der Summe der 15 Lieder, die nicht in der Reihenfolge der Erstveröffentlichung erklingen, sondern in einer durch und durch stimmigen Dramaturgie, offenbart sich dem Hörer ohnedies eine an Nuancen reiche, wandlungsfähige Liedstimme."

Alexander Dick, "Die romantische Melancholie", CD-Kritik Schwanengesang, in: Badische Zeitung, 08.10.21

"Hanno Müller-Brachmann und Heilmann vollziehen Text und Musik mit starker Agogik nach. Wie die große Stimme ihrer Linie einen emotionalen Gehalt gibt, ist erstaunlich. Auch deshalb, weil leidenschaftlicher Ausdruck, Zerrissenheit und Zartheit so dicht beieinander stehen. (...) Mit welcher Kunstfertigkeit Sänger und Pianist diese langsame Wendung über fünf Lieder nachvollziehen! Das Verständnis der Künstler füreinander ist groß, die reflektierend-polyphone Textur des Klaviersatzes bei aller Dichte transparent und die Stimme schmiegsam und voller Kraft."

Jens Wehn, "Vom Tod und Hoffnung", in: BNN Sonntag, 25.10.2020

"Hanno Müller-Brachmann singt (...) mit mustergültiger Klarheit und mit einer dynamischen Vielfalt und Flexibilität, die aus Schubert´s "Liederkonvolut" veritable Seelendramen entstehen lässt. So versinkt das bang aufflackernde "Kriegers Ahnung" in tiefstem C-Moll, der lockere, fast frühlingshafte Es-Dur-Schwung des "Abschied" bietet eine nur kurze Aufhellung, kontrastiert von der fast schmerzenden, von dem Duo mit verzehrender Hingabe erzeugten Vehemnz des "Atlas" und die gespenstisch todesnahe Schwere des Doppelgänger (..) ließ niemanden unberührt."

Claus Dieter Hanauer, "Schubert als Seelendrama", in: Badische Neuste Nachrichten, 18.02.2020

"Brachmann ließ demgegenüber mit einer gewissen starren Schwärze, mit dem bodenlosen Entsetzen, das etwa in der „Revelge“ aus der suggestiven Artikulation des a-Vokals entstand, auch mit dem falschen Optimismus des „Verfolgten im Turm“ keine Wünsche offen."

Markus Schwering, "Brillanz trotz Grippe", in: Kölner Stadtanzeiger, 12.02.2019